JuZe: Kempen hält eigene Zusage nicht ein

In der letzten Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses ging es um die sofortige vollständige Wiedereröffnung des Jugendzentrums (s. Bericht vom 16.10.). Bürgermeisterin Dr. Kempen hat diesen Beschluss nicht umgesetzt. Sie werde die OT im Jugendzentrum u.a. erst dann wieder eröffnen, wenn dafür neue Mitarbeiter eingestellt würden. (Das dort bisher tätige Personal hat sie an andere Stellen in ihrer Verwaltung versetzt.) Es braucht wohl nicht erwähnt werden, das dies in mehrfacher Hinsicht rechtswidrig ist.

In der Sitzung versprach Kempen, sie werde das von ihr für notwendig erachtete neue pädagogische Konzept bis zur nächsten Sitzung am 13.11. vorlegen. In den Unterlagen für diese Sitzung heißt es nun lapidar, das Verwaltungskonzept werde „zurückgestellt, um eine ergebnisoffene Zukunftswerkstatt zu ermöglichen“.

Dieses Vorgehen zeigt zweierlei:

1: Auf Versprechungen unserer Bürgermeisterin ist kein Verlass. (Keine ganz neue Erkenntnis)
2: Kempen hat keine Ahnung von offener Jugendarbeit: Eine Zukunftswerkstatt ist eine wirklich gute Methode, um mit vielen Interessenten im gegenseitigen Austausch zu einer möglichst alle befriedigenden Lösung eines Problems zu kommen. Die Jugendlichen, die eine OT regelmäßig anfragen (und erst Recht die, die draußen stehen und manchmal mühsam integriert werden müssten) besitzen aber einfach nicht die Fähigkeiten, die für eine solche Zukunftswerkstatt notwendig sind: Sprachlich gute Ausdrucksfähigkeit, der Wille zum Kompromiss, konstruktive Kreativität, Freude am Austausch mit fremden Anschauungen, Durchhaltefähigkeit, Pünktlichkeit, Deutschkenntnisse usw.

Eine Zukunftswerkstatt lässt also gerade die Jugendlichen außen vor, für die dieses Angebot Sinn macht. Aber genau das will Kempen vermutlich auch: Schließlich hat sie ja schon gesagt, dass sie das JuZe in ein Kinder- und Jugendbildungshaus umwandeln will.

Und was wird dann mit den Jugendlichen, die bis jetzt Stammgäste des JuZe waren oder sein könnten? Nun ja, das ist dann wohl eher ein Problem für die neuen „Stadtwächter“.

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