Energiewende vor Ort?

Die meisten Bürger in Deutschland begrüßen inzwischen den anstehenden Atomausstieg der Bundesrepublik, und kaum jemand hat etwas gegen Bemühungen, den Ausstoß des Treibhausgases CO2 zu begrenzen. Schwierig wird es erst, wenn die Bemühungen um alternative Energieerzeugung konkret werden und Veränderungen vor Ort anstehen. So haben Rheinbach und Meckenheim gemeinsam eine Zone ausgewiesen, auf der Windräder gebaut werden dürfen. Sofort regte sich Protest: Von „Schattenschlag“ war die Rede, von Verschandelung der Landschaft, von unzumutbarer Einschränkung der Lebensqualität und dass man dann ja keine freie Sicht mehr auf die Tomburg hätte.
Menschen, die täglich vom Braunkohletagebau geplagt sind, hätten für solch feinsinnige Einwände wohl eher wenig Verständnis, aber die wohnen ja ein paar Kilometer weiter. Hier an der Swist sind die Sichtachsen zwischen Lüftelberg und Tomburg wichtiger. Die großen Fraktionen in Rheinbach und Meckenheim beschließen eine Höhenbegrenzung auf 50m. Die Windräder sollen nicht höher sein als die in der Nähe verlaufene Hochspannungsleitung. Damit dürfte ausgeschlossen sein, dass sich in absehbarer Zeit Windräder zwischen Rheinbach und Meckenheim drehen: Bei der geringen Höhe in dieser Lage ist eine Investition kaum lohnend.
Da kann man nur froh sein, dass wenigstens die Hochspannungsleitung schon steht: Hätte es diese Einstellung schon vor 100 Jahren gegeben, dann hätten Meckenheim und Rheinbach vermutlich bis heute keinen Strom.

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