Jugendliche fragen zur Kommunalwahl – wir antworten

Die Mitglieder der Jugendgruppe der Malteser in Meckenheim haben sich im Vorfeld zur Kommunalwahl mit verschiedenen Themen rund um die Kommunalwahl befasst. Die Wünsche und Anregungen (unten in grün) haben uns die Jugendlichen zukommen lassen.

Viele der Anliegen sind uns nicht unbekannt, im Gegenteil!

Wir finden es wichtig, dass sich Jugendliche, egal, ob sie bereits wählen dürfen oder noch nicht, für die Entwicklung unserer Stadt interessieren und sich Gehör verschaffen. Noch wichtiger ist es, dass sie auch gehört werden. Daher möchten wir unsere Antworten auch für andere Jugendliche hier zur Verfügung stellen.

Mobilität/ÖPNV:

  • Vergünstigung des ÖPNVs, idealerweise kostenloser ÖPNV
  • Wunsch nach Busverbindungen jeweils von Rheinbach über Meckenheim nach Bonn und Bad Godesberg
  • Einführung von Schnellbussen auf den Strecken nach Bad Godesberg
  • Taktverdichtung der S23 am Abend und in der Nacht 

Die Vergünstigung des ÖPNV ist auch uns ein Anliegen, dass wir Grünen auf Kreis- und Landesebene hartnäckig verfolgen. Eine Lösung ist ein umlagefinanzierter ÖPNV, der es ermöglicht, Busse und Bahnen jederzeit zu nutzen, ohne zuerst ein Ticket kaufen zu müssen. Dazu müssen die Verkehrsunternehmen und die Deutsche Bahn mit ins Boot geholt werden. Ansätze wie das 1€-Ticket in Bonn sind ein erster Schritt, und wir sehen viele gute Beispiele in anderen Städten, für die es sich lohnt, dran zu bleiben.

Der Ausbau des ÖPNV ist für uns ebenso ein wichtiges Thema. Dazu gehören eine gute Taktung der Busse und Bahnen, aber auch sinnvolle Verbindungen von und nach Meckenheim und in die Ortschaften, die wir bereits in unsere Themenliste aufgenommen haben. Für den Vorschlag zu den Direkt- und Schnellbuslinien sind wir dankbar und werden ihn in jedem Fall weiter verfolgen.

Schule/Bildung:

  • Verringerung des täglichen „Arbeitsaufwandes“, egal ob im Präsenzunterricht oder bei den Hausaufgaben (Die Jugendlichen fühlen sich teils sehr beansprucht durch die Schule.) 
  • Zurverfügungstellung aller Medien (und im Falle des Homeschoolings auch Software und ggf. Internetanbindung), die benötigt werden. Bildung sollte keine Preisfrage sein.
  • Sorge um eine attraktive Nahversorgung/Verpflegung in der bzw. im Umfeld der Schule (dies ist besonders eine Anmerkung der Jugendlichen, die nicht am Meckenheimer Schulcampus zur Schule gehen und nicht von der Neuen Mitte profitieren.)

Die vernünftige Ausstattung der Schüler*innen mit digitalen und analogen Medien, unabhängig vom Einkommen der Eltern ist uns ein wichtiges Anliegen. Wir setzen uns dafür ein, dass wir in Meckenheim ein Digitalkonzept für alle Bildungseinrichtungen erarbeiten, das alle Bildungsbereiche von der Kita bis in die weiterführenden Schulen betrachtet und so auch die Beschaffung für Familien planbarer macht und die Betreuung in den Bildungseinrichtungen ermöglicht. Dazu gehören für uns auch Finanzierungs- und Förderkonzepte, um die Beschaffung allen Familien zu ermöglichen. Ebenso finden wir, dass die Lehrerinnen und Lehrer entsprechend aus- und fortgebildet werden müssen, um mit den digitalen Medien richtig umzugehen. Auch der flächendeckende Ausbau schneller und bezahlbarer Breitbandanschlüsse gehört für uns unbedingt dazu.

Die Belastung von Schülerinnen und Schülern in der Schule und zu Hause war einer der Gründe, die 2010 beschlossene Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf 12 Jahre im Jahr 2017 wieder rückgängig zu machen. Das wirkt sich jedoch erst für diejenigen aus, die jetzt in den Jahrgangsstufen 6 und darunter sind. Auf der Landesebene setzen wir Grünen uns dafür ein, dass die Lehrpläne der Zeit angepasst werden. Dass Ihr als Schülerinnen und Schüler nicht nur Fakten lernt, sondern auf das Leben vorbereitet werdet. Mit Strategien für den Umgang mit Krisen und Unsicherheiten und der veränderten Medienlandschaft, aber auch, dass starre Notensysteme und Sitzenbleiben abgeschafft und individuelle Rückmelde- und Fördersysteme eingeführt werden.

Wir Grünen setzen uns in Meckenheim, den anderen Orten im Rhein-Sieg-Kreis und Bonn für attraktive Einkaufsmöglichkeiten in den Stadtzentren und Ortschaften ein. Noch wichtiger in Bezug auf die Schulen sind uns ein gesundes und abwechslungsreiches Essen in den Schulen, möglichst aus regionaler und nachhaltiger Produktion.

Freiräume für Jugendliche:

  • Sportanlagen auch für öffentliche Nutzung zugänglich machen
  • Attraktive Aufenthaltsorte im öffentlichen Raum schaffen (Sitzecken, wettergeschützte Hütten etc.) und zugleich der negativen Grundhaltung gegenüber Jugendlichen, die sich an solchen Orten in der Clique treffen, entgegenwirken

Uns ist wichtig, dass alle Bürger*innen gerne in Meckenheim leben. Dazu gehören natürlich auch Jugendliche. Wir setzen uns dafür ein, dass die vorhandenen Grün- und Freizeitanlagen gut gepflegt und aufgewertet werden, und dass weitere Sitzmöglichkeiten geschaffen werden. Eure Anregungen zu Sitzecken und Hütten nehmen wir dazu gerne mit. 

Die Sportanlagen der Stadt Meckenheim sind für alle Bürger*innen und Bürger nach vorheriger Anmeldung nutzbar. Das gilt selbstverständlich auch für Jugendliche. Einzige Einschränkung ist, dass dies nur zu den Zeiten möglich ist, in denen keine Schulen und Vereine die Anlagen nutzen. Weitere Informationen dazu findet Ihr auf der Internetseite der Stadt Meckenheim.

Vereine & Ehrenamt:

  • Vergünstigungen für ehrenamtliche Aktivität (Ehrenamtskarte, Schwimmbadeintritt, ÖPNV etc.)
  • finanzielle/materielle Förderung ehrenamtlicher Vereine

Wir setzen uns schon seit längerem für die Einführung der Ehrenamtskarte ein. Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass Meckenheim eine der letzten Städte im Rhein-Sieg-Kreis ist, die die Karte noch nicht eingeführt hat. Wir rechnen aber damit, dass das bald umgesetzt wird, da sich auch die anderen Parteien für die Einführung der Karte aussprechen.

Die Stadt unterstützt die Vereine in der Stadt schon auf vielfältige Weise, zum Beispiel durch die Möglichkeit, Einrichtungen der Stadt kostenfrei oder Vergünstigt zu nutzen. Die Jugendarbeit wird durch Zuschüsse gefördert. Doch auch hier sehen wie Verbesserungsbedarf. Wir fordern eine bessere Vernetzung der Vereine, die oft nicht voneinander und auch den vielen Möglichkeiten der gemeinsamen Arbeit wissen.

Soziales: 

  • Bezuschussung sozial Benachteiligter für die Teilnahme an Kultur- und Sportangeboten

Für die Teilnahme an Kultur- und Sportangeboten gibt es für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bereits das Bildungs- und Teilhabepaket, das auch die Mitgliedschaft in Vereinen ermöglichen soll und in diesem Jahr noch einmal erweitert wurde. Doch auch hier sehen wir noch Verbesserungsmöglichkeiten. Auf Bundesebene setzen wir Grüne uns dafür ein, Hartz IV durch eine Garantiesicherung zu ersetzen, die Menschen wirklich unterstützt und ihre gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.

Nachhaltigkeit:

  • Radwegeausbau, unter anderem: Verbesserung Radweg Meckenheim-Rheinbach, Schaffung von Radstrecken von Meckenheim nach Wormersdorf und Röttgen
  • Mülltrennung im öffentlichen Raum/an öffentlichen Mülltonnen einführen, wie bspw. an einigen Bahnhöfen
  • Mülleimer auch an Feldwegen

Die Verbesserung des Radwegenetzes ist für uns in vielerlei Hinsicht ein wichtiges Thema. Dabei geht es einerseits darum, dass Radfahrer und Fußgänger sicher unterwegs sein können, aber auch den Ausbau vorhandener Rad- und Feldwege in Meckenheim, aber auch zwischen den Nachbarstädten. Der Radweg von Meckenheim nach Röttgen ist hier im Zug des Ausbaus am bio innovation Park bereits geplant, auch die Verbesserung auf dem Radweg zwischen Meckenheim und Rheinbach sind im Zusammenhang mit der Radpendlerroute zwischen Rheinbach und Bonn schon in Planung. 

Zur Aufwertung der Frei- und Grünflächen gehört für uns auch, entsprechende Entsorgungsmöglichkeiten zu schaffen. Wir nehmen Eure Anregung zum Anlass, in der kommenden Wahlperiode das Thema „Müllentsorgung im öffentlichen Raum“ noch einmal auf den Prüfstand zu stellen.

Liebe Jugendlichen! Herzlichen Dank für Eure vielen Anregungen und Ideen. Wir finden es wichtig, auch von Euch zu erfahren, was Euch bewegt und welches Veränderungspotential Ihr seht. Nicht immer kann man alles umsetzen, aber es kann ein Anfang für eine Veränderung sein.

Bitte nutzt daher auch Eure Stimme bei der Kommunalwahl am kommenden Sonntag und der Landtagswahl im nächsten Jahr. Wendet Euch an den Jugendrat und Eure Vertreter beim Jugendhilfeausschuss. Gerne könnt Ihr uns auch jederzeit mit Fragen oder Ideen ansprechen: per E-Mail, auf Instagram und Facebook oder hier im Kommentarbereich.

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